Ruhe wollten wir auf dem Land finden. Zeit miteinander verbringen. Wir haben zusammen renoviert, Sofas geschraubt, Betten aufgebaut, schöne Möbel gefunden. Das Leben am Wochenende war, wenn wir auf dem Land waren, deutlich ruhiger, als unser Stadtleben. Das bedeutete aber nicht, dass wir die Hände in den Schoß gelegt haben und nichts getan haben.
Im ersten Jahr haben wir den Garten eigentlich nur beobachtet. Was blüht denn da? Kann man das essen, oder ist es "nur" hübsch? Wir haben versucht, den Garten zu begreifen, zu lernen, was wann und wo blüht, geerntet und gekocht.
Begonnen hat das Gartenjahr mit dem Bärlauch, geendet mit den Quitten. Dieter, unser Vermieter, und Florian haben sich um die Obstbäume gekümmert, ich mich um den Kaffee und um das Einmachen des Obsts. Braucht jemand noch Marmelade? Wir hätten da noch ein wenig....
Im zweiten Sommer habe ich dann angefangen, den Gemüsegarten, den mir Dieter überlassen hatte, wiederzubeleben. Florian hat Hochbeete aufgebaut, mit Erde befüllt, einen Kartoffelacker angelegt. Ich hatte mir vorgenommen - meinem tödlichen schwarzen Daumen zum Trotz - Gemüse anzubauen. Die Tomatenpflanzen fanden es so toll bei mir, dass sie die Hochbeete, in denen sie standen, vollkommen zugewuchtert haben. Du sollst keine andere Pflanze neben mir haben! Irgendwann hab ich eingesehen, dass die Tomate ihren Willen bekommen soll. In diesem Sommer hatten wir eine Tomatenschwemme. Im zweiten Gemüsesommer haben die Kürbisse den Part der Tomaten übernommen.
Drei Sommer lang haben wir gegartelt, gekocht, geschlemmt, gefeiert. Wir haben mit den Jahreszeiten gelebt, die Ruhe auf dem Land genossen, Sternschnuppen geschaut. Es war eine tolle Zeit.

















